Pferdeversicherung Ratgeber

Pferdeversicherung Ratgeber

6. August, 2017 Tania Dählmann

Unser Pferdeversicherung Ratgeber fasst die wichtigsten Fakten zu den häufigsten Pferdeversicherungen zusammen:

Wer Pferde besitzt, ist sich der vielfältigen finanziellen Risiken und Pflichten, die sich daraus ergeben können, nicht immer bewusst. Wenn keine ausreichende Absicherung gegen unvorhergesehene Ereignisse besteht, können die materiellen Folgen im Ernstfall erheblich sein. Eine Pferdeversicherung bietet hiergegen Schutz. Im Folgenden wird ein Überblick über die wichtigsten Pferdeversicherungen gegeben. Konkret handelt es sich dabei um die

  • Pferdehaftpflichtversicherung
  • Pferdekrankenversicherung
  • Pferde-Op-Versicherung
  • Pferdelebensversicherung
  • Reiter-Unfall-Versicherung

Die Pferdeversicherung wird sowohl von Universalversicherern als auch von speziellen Tierversicherern angeboten. Häufig können dabei mehrere der genannten Versicherungsarten als Paket-Lösung kombiniert werden. Damit sind die wichtigsten Versicherungsrisiken im Zusammenhang mit Pferden automatisch abgedeckt. Es ist aber grundsätzlich auch möglich, die Einzelrisiken über separate Verträge zu versichern. Eine Versicherungspflicht besteht nicht, der Abschluss einer Pferdeversicherung ist – ob als Paket- oder Einzellösung – immer freiwillig.

Die Pferdehaftpflichtversicherung

Die Pferdehaftpflichtversicherung gilt als die wichtigste Pferdeversicherung. Sie greift bei Personen-, Vermögens- und Sachschäden, die ein Pferd verursacht hat. Für den Pferdehalter besteht eine betragsmäßig unbeschränkte und verschuldensunabhängige Haftpflicht. Rechtsgrundlage bildet § 833 BGB. Haftpflichtrisiken von Großtieren wie Pferden werden durch die normale private Haftpflichtversicherung nicht abgedeckt, deshalb ist der Abschluss einer besonderen Pferdehaftpflichtversicherung notwendig.


Im Schadensfall leistet die Pferdehaftpflichtversicherung Schadensersatz bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Da verursachte Schäden durchaus hohe Summen erreichen können, sind Versicherungssummen über mehrere Millionen Euro üblich. In der Regel kann der Versicherungsnehmer zwischen mehreren Versicherungssummen wählen.

Der Versicherungsschutz erstreckt sich üblicherweise auch auf die Nutzung des Pferdes durch Fremdreiter, einer Reitbeteiligung oder einer Betreuung durch einen sog. Tierhüter. Der Schadensersatz schließt vielfach Flurschäden, Deckschäden, Mietsachschäden und Schäden bei Turnieren oder im Zusammenhang mit Kutsch- oder Schlittenfahrten ein. Zum Teil müssen aber einzelne Schadenarten auch über besondere Zusatzversicherungen abgedeckt werden. Hier empfiehlt sich eine genaue Prüfung und der Blick ins ‘Kleingedruckte’, denn der Versicherungsumfang unterscheidet sich je nach Anbieter.

Die Versicherungsbeiträge werden in der Pferdehaftpflichtversicherung von mehreren Faktoren bestimmt:

  1. der Höhe der Versicherungssumme
  2. dem Umfang des gewählten Versicherungsschutzes
  3. möglichen Selbstbehalten
  4. der Art des Pferdes (z.B. gibt es manchmal spezielle Pony-Tarife)
  5. der Nutzung des Pferdes (Reitpferd, Deckhengst, Gnadenbrot-Pferd)

Die Pferdekrankenversicherung

Diese Pferdeversicherung tritt bei Krankheitskosten des Pferdes ein. Sie können insbesondere bei stationären Aufenthalten in einer Tierklinik und im Zusammenhang mit Operationen erheblich sein. Die Pferdekrankenversicherung leistet sowohl bei ambulanten als auch bei stationären Tierarzt-Behandlungen Kostenersatz. Freie Tierarztwahl ist üblich. Manche Versicherungen bieten zusätzlich einen Hotline-Service an, der auch nachts zur Verfügung steht.

Bei der Kostenerstattung gibt es Unterschiede. Nicht jede Versicherung leistet unbeschränkt von der tatsächlichen Kostenhöhe, manchmal gibt es Kostenobergrenzen. Üblich ist ein anteiliger Kostenersatz (60 Prozent) bei ambulanten Behandlungen. Bei OP-Kosten bzw. stationären Behandlungen kommt es zum Teil auf die Vereinbarung an, ob anteilig oder voll erstattet wird. Auch hier sollten die Versicherungsbedingungen geprüft werden.

Die Pferdekrankenversicherung kann normalerweise für ältere Pferde (z. B. ab dem 11. Lebensjahr) nicht mehr abgeschlossen werden. Eine bestehende Versicherung gilt aber unabhängig vom Alter des Pferdes.

Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich insbesondere

  1. nach dem Versicherungsumfang
  2. dem Umfang der Kostenerstattung
  3. der Vertragslaufzeit, bei längeren Laufzeiten gelten z.T. Rabatte

Die Pferde-Op-Versicherung

Diese Pferdeversicherung stellt eine Variante der Pferdekrankenversicherung dar. Übernommen werden Operationskosten im Zusammenhang mit Krankheiten oder Unfällen des Pferdes sowie erforderliche Vor- und Nachbehandlungen. Ein häufiger Versicherungsfall sind zum Beispiel Koliken.

Die Pferde-Op-Versicherung ist meist deutlich günstiger als die Pferdekrankenversicherung, da der Versicherungsschutz hier nur auf das Krankheitsrisiko ‘Operationen’ ausgerichtet ist. Pferde-Op-Versicherungen können auch noch für ältere Pferde abgeschlossen werden.

Die Pferdelebensversicherung

Die Pferdelebensversicherung entspricht vom Prinzip der Risikolebensversicherung beim Menschen. Sie soll die entstehenden Kosten beim Tod eines Pferdes bzw. die Ausgaben einer Ersatzbeschaffung decken. Gerade bei besonders wertvollen Pferden kann der Abschluss sinnvoll sein.


Ähnlich wie in der Pferdekrankenversicherung sind bei der Pferdelebensversicherung Altersbeschränkungen üblich. Ältere Pferde können daher nicht mehr versichert werden.

Der Versicherungsschutz kann sich auf folgende Fälle erstrecken:

  • Tod oder Nottötung durch Krankheit oder Unfall
  • Tod durch Brand oder Blitzschlag
  • Transportbedingter Tod
  • Diebstahl
  • Unbrauchbarkeit (Reit- oder Fahrunbrauchbarkeit, Zuchtunbrauchbarkeit)

Manche Pferdelebensversicherungen decken alle genannten Risiken ab, bei anderen Anbietern werden modulartige Lösungen mit wahlweiser Absicherung der Einzelrisiken zur Verfügung gestellt. Im Versicherungsfall leistet die Versicherung die vereinbarte Versicherungssumme.

Die Beiträge werden durch die

  1. die Höhe der Versicherungssumme
  2. den Versicherungsumfang
  3. das Alter des Pferdes
  4. die Vertragslaufzeit

bestimmt.

Die Reiter-Unfall-Versicherung

Mit dieser Versicherung werden Unfallfolgen bei Reitunfällen abgesichert. Damit lässt sich Versicherungsschutz in solchen Fällen gewährleisten, in denen die Pferdehaftpflichtversicherung nicht greift. Insbesondere kann der Pferdehalter sich und Angehörige damit absichern. Die Reiter-Unfall-Versicherung gibt es in zwei Varianten:

  • als pferdebezogene Versicherung: für beliebige Reiter eines bestimmten Pferdes
  • als reiterbezogene Versicherung: für einen bestimmten Reiter (kann ggf. auch durch eine private Unfallversicherung abgedeckt werden)

Pferdeversicherung: sinnvoll, aber vorher genau prüfen!

Diese Übersicht zeigt: die Pferdeversicherung hat viele Facetten. Und häufig liegen wichtige Unterschiede im Detail. Wer sich für Pferdehaltung entschieden hat, sollte auf jeden Fall den nötigen Versicherungsschutz nicht vernachlässigen. Vor dem Versicherungsabschluss empfiehlt sich ein genauer Angebots- und Konditionenvergleich. Leistungsumfang, Tarife und Bedingungen in der Pferdeversicherung unterscheiden sich nämlich erheblich.

Pferdeversicherung Vergleich

Wer sich die eine oder andere Pferdeversicherung mehr im Detail ansehen möchte, dem bieten wir weiterführende Informationen incl. einem Pferdeversicherung Vergleich und/oder einem Tarifrechner bzw. Download an:

– Pferdehaftpflichtversicherung
– Pferdekrankenversicherung
– Pferde-Op-Versicherung
– Pferdelebensversicherung
– Reiter Unfallversicherung

War dieser Beitrag informativ?
[Total: 1 Average: 5]

Share Button