Die häufigsten Pferdekrankheiten

Die häufigsten Pferdekrankheiten

10. November, 2017 Tania Dählmann

Die häufigsten Pferdekrankheiten findet man bei den Hauterkrankungen, Gelenkserkrankungen, Magen-Darm, Hufen, Ohren, Atemwege und Nervensystem. Bei rechtzeitiger Hilfe und mit der richtigen Pferdeversicherung ist vieles jedoch nur halb so schlimm.

Pferde werden wegen ihrer Eleganz und Menschenbezogenheit geschätzt. Vielleicht haben auch Sie schon länger davon geträumt, diese eleganten Tiere zu halten. Deren Aufzucht und Pflege ist jedoch anspruchsvoll. Die Haltungsbedingungen im Fohlen- und Jugendalter, die Fütterung und die Belastungen, denen das Pferd ausgesetzt ist, können im ungünstigen Fall die häufigsten Pferdekrankheiten bedingen. Gerade reinrassige Tiere gelten als anfälliger für Krankheiten. Viel entscheidender als die Rasse ist aber, wie der Einhufer aufgewachsen ist, ob er im Stall durch falsches Einstreu belastet wurde oder im Freiland ein gutes Immunsystem ausprägen konnte. Dies beeinflusst die häufigsten Pferdekrankheiten.

Pilze und Parasiten – die häufigsten Pferdekrankheiten der Haut

Veränderungen der Haut oder Haare sind bei Pferden oft zu beobachten. Sie zählen fast zu den häufigsten Pferdekrankheiten. Diese entwickeln sich langsam oder werden mit aufgescheuerten Stellen verwechselt. Häufig sind Pilze Ursache einer infektiösen Hauterkrankung, die auch als Flechte oder Dermatomykose bezeichnet wird. Auffallend sind runde Bereiche, bei denen das Fell ausgefallen ist und die Haut sich schuppt. Meist sind Areale mit einem Durchmesser von 1 bis 5 Zentimetern betroffen. Die Erkrankung wird oberflächlich mit pilzhemmenden Salben (Antimykotika) behandelt. Nach mehrmaliger Behandlung und der Desinfektion von Zaum- und Sattelzeug ist das Problem meist innerhalb weniger Tage oder Wochen verschwunden. Bei einigen hartnäckigen Pilzerkrankungen, wie die Phykomykose, ist die Behandlung hingegen langwierig. Die Erreger befallen auch das Hufhorn und dringen tief in das Gewebe ein, sodass sie von außen schwerer zugänglich sind. Die entsprechenden Antimykotika müssen dann mit dem Futter verabreicht werden.


Neben Pilzerkrankungen spielen Parasitosen eine wesentliche Rolle. Auch sie zählen beinahe zu den häufigsten Pferdekrankheiten. Ursache ist der Befall mit Parasiten, etwa Milben. Diese befallen unterschiedliche Schichten der äußeren Haut und erzeugen Hautreizungen sowie Haarausfall. Werden die betroffenen wunden Areale noch zusätzlich von Bakterien besiedelt, entstehen nur schwer abheilende Verletzungen. Bei nur oberflächlich einwirkenden Milben, die nicht tief in das Gewebe eindringen, bringen Waschungen und prarasitenabtötende Salben (Antiparasitaria) eine schnelle Linderung. Dringen die Milben hingegen in tiefer liegende Hautschichten ein, wie dies bei Grabmilben der Fall ist, entstehen großflächige Hautschäden, die nur langwierig abheilen. Zur Behandlung werden die Antiparasitaria in den Körper des Tieres injeziert.

Die häufigsten Pferdekrankheiten betreffen auch die Beine

Die Beine sind das wichtigste “Werkzeug” eines Pferdes, da die bewegungsfreudigen Tiere viel laufen und galoppieren. Auch Sie als Reiter sind darauf angewiesen, dass Ihr Tier gesunde Gelenke und Knochen hat, um ihren Sport weiter ausüben zu können. Degenerative Erkrankungen können daher besonders problematisch sein. Ein gerade im höheren Alter auftretendes Problem ist die Arthrose. Diese Gelenkerkrankung geht mit einem krankhaft hohem Verschleiß der Gelenkknorpel einher. Zunächst fallen dem Tier Bewegungen schwer, das Pferd muss sich erst “einlaufen”, stolpert häufiger und knickt mit zunehmendem Verlauf in den Gelenken ein. Die Arthrose ist nicht heilbar, sie kann in ihrem Verlauf aber durch die Gabe angepasster Schmerzmittel therapiert werden, um die Symptome – das Schmerzen von Gelenken bei Bewegungen – zu lindern. Diese medikamentöse Schmerztherapie muss dauerhaft erfolgen.

Bei starken Überdehnungen der Muskeln des Pferdes können zudem Zerrungen entstehen. Die Muskelfasern können reißen und auch Einblutungen können auftreten. Das Tier erlebt starke Schmerzen und im Falle betroffener Nervenbahnen können sogar Lähmungserscheinungen an den Beinen auftreten. Behandelt werden die betroffenen Areale mit einer Kühlung. Diese wirkt abschwellend und lindert die Schmerzen. Sie können dafür Kühlpads oder mit kaltem Wasser benetzte Handtücher verwenden. Eine schmerzlindernde Behandlung ist analog mit entsprechender Medikation oder der Injektion schmerzstillender Substanzen möglich. Das Tier muss ruhiggestellt werden und bis zum Abklingen der Beschwerden in der Box bleiben.

Die häufigsten Pferdekrankheiten im Magen-Darm-System

Darmerkrankungen können schnell zu einem beträchtlichen Gewichtsverlust des Pferdes führen. Ursache sind etwa Magendasseln. Diese kleinen Fliegen legen ihre Eier im Fell der Tiere ab. Durch Lecken und das Aufnehmen der Eier mit der Zunge gelangen diese in Magen sowie Darm und entwickeln sich dort zu Larven. Die Parasiten haken sich mit Dornfortsätzen an den Schleimhäuten des Verdauungstraktes fest und saugen dort Blut. Es entstehen ein Blutverlust sowie Schmerzen, die das Tier von der Nahrungsaufnahme abhalten. Sogar Geschwüre oder ein Magendurchbruch können Folge eines Befalls sein. Eine Entwurmung erfolgt über Zugaben in das Futter und dauert mehrere Wochen. Die Parasiten lassen sich durch die Präparate gut abtöten, es ist jedoch ein Rezidiv möglich, also ein erneuter Befall, wenn wieder Eier vom Fell aufgenommen werden, sodass auch das Fell regelmäßig behandelt werden muss.


Besonders gefürchtet sind Koliken, also schmerzhafte und krampfartige Bauchschmerzen, die etwa aufgrund eines Darmverschlusses entstehen können. Das betroffene Tier ist sehr unruhig. Das Pferd schlägt den Kopf nach hinten, atmet stoßweise und versucht immer wieder, sich hinzulegen. Nahrung und Wasser werden verweigert. Die Behandlung erfolgt mittels krampflösender Medikamente. Über einen Schlauch kann der Tierarzt Öl in den Magen geben, um den Darmverschluss zu lösen. in schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Verstopfung des Darmes zu beseitigen. Gelingt dies, ist die Prognose gut, ansonsten muss schnellstmöglich operiert werden. Die Kolik Chirurgie verursacht übrigens die zweithöchsten Kosten beim Pferd, die auf einen Schlag fällig werden (bis zu 8.600 Euro)

Die häufigsten Pferdekrankheiten an den Hufen und Schäden durch Überlastung sowie Feuchtigkeit

Die Hufe tragen das Pferd; auf ihnen lastet das Gewicht des gesamten Tieres. Hier kann die sogenannte Hufrehe auftreten – eine Entzündung der Klauenlederhaut, bei der sich die Lederhaut und die Kapsel des Hufes voneinander ablösen. Ursachsen können Überlastungen, zu viel Feuchtigkeit oder Vergiftungen sein. Erkennen können Sie die Problematik an Ödemen und dem Austritt von Gewebsflüssigkeit am Huf. Das Pferd hat Schmerzen und macht eher kleine Schritte. Der Tierarzt verabreicht betroffenen Pferden Schmerzmittel sowie Medikamente, die die Durchblutung steigern sollen. Auch ein Rehegips kann zur Entlastung der betroffenen Stelle lokal aufgebracht werden. Die Heilung zieht sich über mehrere Wochen hin; die Prognose hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab.

Knochenbrüche müssen kein Todesurteil sein

Als Folge von Stürzen oder Rangeleien zwischen Pferden können Brüche auftreten. Die Beine sind am häufigsten betroffen, insbesondere bei älteren Tieren, bei denen eine Osteoporose – also eine verminderte Knochendichte – vorliegt. Das betroffene Bein wird häufig operativ versorgt und geschient, d.h. es wird eine entlastende Schiene angebracht, die ein gerades Zusammenwachsen der Bruchstellen ermöglichen soll. Auch das “Klammern” der Bruchstellen durch das Einbringen eines verbindenden Nagels ist möglich. Das gebrochene Bein darf mindestens sechs Wochen nicht belastet werden. Das Tier muss in dieser Zeit also ruhiggestellt werden (Boxenruhe), da es den Heilungsprozess sonst durch die Bewegungen stören würde. Dies kann sehr belastend für das Tier sein, weil es einen hohen Bewegungsdrang hat. Nach sechs bis acht Wochen kann ein langsames Schritttraining beginnen. Die Behandlungskosten richten sich nach dem genauen Ort der Schädigung. Sie müssen aber meistens mit mehreren Tausend Euro rechnen. Selbst nach erfolgreicher Behandlung kann das Reiten auf dem Tier nicht mehr möglich sein. Die Frakturversorgung durch Platten- und Schraubimplantate belegt übrigens Platz 1 der teuersten Eingriffe bei den Tierarzt-Chirurgen.

Die häufigsten Pferdekrankheiten an den Ohren

Bei Ohrenschmerzen hält Ihr Pferd das Ohr zur Seite und reibt dieses an den Beinen. Der Austritt von Eiter kann auf eine Entzündung im Innenohr hindeuten. Diese muss mit entzündungshemmenden Mitteln therapiert werden. Mückenstiche oder Ekzeme können zu Schwellungen führen; Verdickungen und Krusten können sich bilden. Meist handelt es sich dabei um oberflächliche Veränderungen der Haut, die tierärztlich mit Salben versorgt werden.

Die häufigsten Pferdekrankheiten bei Schäden am Nervensystem

Eine typische Nervenkrankheit bei Pferden ist das Wobbler-Syndrom. Hier kommt es zu Schädigungen im Bereich des Rückenmarks oder der Halswirbelsäule, wodurch die motorische Steuerung gestört wird, d.h. die Pferde wanken beim Laufen. Ursache können ein Bandscheibenvorfall sein oder eine degenerative Verengung des Wirbelkanals. Zur Diagnose sind verschiedene neurologische Untersuchungen notwendig, etwa eine Computertomographie. Die Wirbelsegmente werden dann operativ stabilisiert. Leichte Formen können völlig ausheilen; bei schweren Verläufen erfolgt eine begleitende langfristige Cortisontherapie.

Die häufigsten Pferdekrankheiten der Organe und Atemwege

Die häufigsten Pferdekrankheiten an den inneren Organen sind Schäden der Atemwege. Erkältungen und als Folge dessen eine Bronchitis oder Lungenentzündung können mehrere Wochen andauern und durch Husten, Nasenausfluss sowie eine allgemeine Abgeschlagenheit des Tieres auffallen. Ursache sind Bakterien, die schwere Reizungen der Schleimhäute hervorrufen. Die Erkrankungen werden vom Tierarzt mit Antibiotika behandelt, welche die Erreger abtöten. Schleimlösende Medikamente werden ergänzend gegeben. Zudem muss das Tier für die Dauer der Genesung geschont werden.

Finanzielle Sicherheit durch die passende Pferdeversicherung

Die häufigsten Pferdekrankheiten gehen mit teils hohen Behandlungskosten einher. Mit einer Pferdekrankenversicherung und/oder einer Pferde-Op Versicherung, sichert man sich die sofortige Behandlung beim Tierarzt oder in der Tierklinik ohne auf sein mögliches Budget achten zu müssen. Die häufigsten Pferdekrankheiten sind so finanziell abgesichert.

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