Fakten zur Pferdehaftpflichtversicherung

Pferdehaftpflichtversicherung Fakten

29. November, 2015 Tania Dählmann

Obwohl der Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgt, ist sie für den Tierhalter eine der wichtigsten Absicherungen nach einem eventuellen Schadensereignis. Pferdehalter vertreten oftmals die Meinung, dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Tier praktizieren und selbst bei unerwarteten Situationen stets Herr der Lage wären. Bestimmte Risiken in einem langen Pferdeleben sind jedoch nie auszuschließen, treten sie ein, ist ein finanzielles Desaster keine Ausnahme, wenn auf die Pferdehaftpflichtversicherung infolge übertriebener Sparsamkeit verzichtet wurde. Unverhofft kommt oft – wie ein altes Sprichwort sagt und selbst bei einem perfekt ausgebildeten Pferd, muss immer damit gerechnet werden, dass es scheut und dabei einen materiellen Schaden anrichtet oder sogar einen Dritten erheblich verletzt.

Die Pferdehaftpflichtversicherung – im Extremfall eine Existenzfrage

Dass diese, vom Charakter her besonders wichtige Vorsorge, seitens des Gesetzgebers noch keine Pflichtversicherung darstellt, beruht offensichtlich darauf, dass Pferde nicht unbedingt zum allgegenwärtigen Straßenbild gehören. Die Tiere sind eher in ländlichen Regionen anzutreffen und bewegen sich dort innerhalb einer umzäunten Pferdekoppel. Sie gelten als sehr gelehrige Tiere und geübte Reiter können durchaus davon ausgehen, dass Pferde beispielsweise beim Ausritt unter normalen Umständen sehr gut kalkulierbar sind.


Dennoch gibt es auf der Weide oder auf öffentlichen Wegen und Plätzen kritische Ausnahmesituationen, die bei den Tieren sehr schnell für Stress sorgen können. Im günstigsten Fall kommt es durch diese, für Tiere völlig normalen Reaktionen, zu Sachbeschädigungen und nicht selten sogar zu Verletzungen unbeteiligter Personen. Die materiellen bzw. finanziellen Folgen werden durch die Pferdehaftpflichtversicherung abgedeckt, wenn sie fehlt, wird der Halter der Tiere vollumfänglich in Regress genommen. Dabei bleibt unberücksichtigt, ob das Schadensereignis durch Fremd- oder eigenes Verschulden eingetreten ist. Besonders wenn Personen verletzt werden, bewegt sich die Schadenssumme oft im fünfstelligen Eurobereich, manchmal sogar höher und das besonders in solchen Fällen, bei denen mit längeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen gerechnet werden muss.

Welche Leistungen bietet die Versicherung im Schadensfall?

Bevor Sie sich zum Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung entscheiden, sollten alle vertraglichen Details entsprechend den eigenen konkreten Anforderungen überprüft werden. Damit stellt sich zunächst die Frage, ab welchem Alter ein Versicherungsschutz sinnvoll ist. Die Antwort lautet ganz klar: So früh wie möglich, denn besonders bei Jungtieren muss aufgrund ihrer Verspieltheit bereits mit einer hohen Ausprägung ihres pferdetypischen Verhaltens gerechnet werden. Bis zum Alter von einem Jahr sind sie mitunter in eventuell bereits vorhandenen Verträgen mitversichert, ansonsten empfiehlt sich bereits jetzt ein Neuabschluss. Im gewählten Grundtarif Ihrer Pferdehaftpflichtversicherung sollten mindestens folgende Leistungen enthalten sein:

  • Einschluss von Personen- sowie Sach- und Vermögensschäden
  • Die Abwehr von unberechtigten Ansprüchen durch Dritte gegenüber dem Pferdehalter
  • Abdeckung des Fremdreiterrisikos (Sach- und Personenschäden) bei einem auftretenden Schadensereignis
  • Absicherung einer eventuell vorhandenen Reitbeteiligung, auch bei entgeltlicher Übertragung und mündlicher bzw. schriftlicher Vereinbarung
  • Möglichst hohe Deckungssummen bei Sachschäden an Mietobjekten wie Stallungen, Einzäunungen von Koppeln usw.
  • Pferdehaftpflichtversicherung bereits im Basistarif unter Einschluss der Risiken bei privaten Kutsch- und Schlittenfahrten sowie kleineren Reitsportveranstaltungen

Zu den beachtenswerten Kriterien gehört auch die Absicherung von Schadenrisiken, die durch einen Deckakt bei verschiedengeschlechtlichen Tieren untereinander entstehen können und in der Vergangenheit sehr oft zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Pferdehaltern geführt haben.  Diesbezüglich sollte der gewollt, aber auch der ungewollte Deckakt versichert sein. Denn nur allein schon beim Akt selbst, sind bereits Verletzungen bei der zu deckenden Stute möglich. Darüber hinaus sollte in der Pferdehaftpflichtversicherung eine Forderungsausfalldeckung integriert sein. Als Pferdehalter sind Sie damit vor Schäden geschützt, die fremde Tiere verursachen und für die der Halter des verursachenden Pferdes keinen Schadensersatz leisten kann, da er selbst nicht über einen gültigen Versicherungsschutz verfügt bzw. finanziell überfordert ist.


Einige Unternehmen schließen in ihren Verträgen bestimmte Risikofaktoren generell aus und zahlen in solchen Fällen nicht, bzw. eine mitunter empfindlich geringere Geldsumme. Das betrifft solche Schadensereignisse, die eintreten, wenn ohne Helm geritten wird, ein geeigneter Sattel beim Ausflug hoch zu Ross fehlt oder wesentliche funktionale Mängel aufweist. Ein besonderer Schwerpunkt, der vor dem Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung seine Berücksichtigung verlangt, weil er auch Gerichte immer wieder beschäftigt, ist der Einschluss des Weiderisikos in die vertraglichen Bestimmungen. Hierzu gibt es seitens der Versicherungsunternehmen oft sehr unterschiedliche Interpretationen, was die Höhe von Umzäunungen, die Nähe zu Autobahnen und Fernstraßen aber auch andere Kriterien der Hütesicherheit anbelangt.

Ein Vergleich bei der Pferdehaftpflichtversicherung hilft, Geld zu sparen

Viele Anbieter mit noch mehr Tarifen und beinahe unzähligen Optionen machen es relativ schwierig, die besten Angebote mit überschaubarem Zeitaufwand zu finden. Um dennoch zu einem aktuellen Überblick zu gelangen, der Ihre wichtigsten Erfordernisse berücksichtigt und Spielraum für ein zusätzliches Plus an Leistungen ermöglicht, nutzen Sie am besten einen Tarifrechner. Damit lassen sich unterschiedliche Deckungssummen ebenso vergleichen wie die verschieden hohen Beträge eines eventuellen Selbstbehalts pro Schadensfall. Wie auch beim Hausrat oder dem eigenen Fahrzeug kommt es beim Pferdehaftpflicht Vergleich auf eine Reihe von einzelnen Kriterien an, von denen die Höhe der Versicherungsprämie, aber auch die im Schadensfall zu erwartende Leistung abhängt.

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