Gelassenheitstraining

Pferde an Silvester: Wie bereite ich mich vor?

2. Dezember, 2016 Tania Dählmann

Für fast alle Pferdebesitzer ist das Jahresende kein wirklicher Grund zum Feiern, denn Pferde an Silvester ruhig zu bekommen und zu behalten ist gar nicht so leicht. Hier finden Sie einige Tipps, wie Ihr Tier diese besondere Nacht gut übersteht.

Welcher Typ ist Ihr Pferd?

Zuerst sollten Sie sich darüber klar sein, welcher “Stress-Typ” Ihr Pferd ist. Ist es sehr aktiv und braucht in stressigen Situationen Bewegung, um sich zu beruhigen? Oder “frisst” Ihr Pferd dann eher alles in sich hinein und erstarrt vor Schreck? Oder – was natürlich das Entspannteste ist – ist Ihr Pferd sehr selbstbewusst und überlegt sich bei Problemen lieber eine eigene Lösung, anstatt wegzulaufen oder bewegungslos zu erstarren?
Denn je nach Pferde-Typ sollte man unterschiedliche Methoden für Pferde an Silvester anwenden. Hat man ein Pferd, das Bewegung bei Stress braucht, sollte man es besser nicht in einer kleinen Box einsperren, in der es seinem Fluchtinstinkt nicht nachkommen kann.

Jeder Einzelfall ist anders!

Zu wissen, welcher “Stresstyp” Ihr Pferd ist, kann Ihnen schon viel weiterhelfen. Sie müssen aber auch im Hinterkopf behalten, dass jedes Pferd einzigartig ist und es daher gerade in Extremsituationen wie Silvester keine Pauschallösungen für alle Pferde an Silvester gibt.
Wichtig ist, dass Sie die Bedürfnisse und Gewohnheiten Ihres Pferdes kennen. Pferde an Silvester in den Stall zu bringen, die sonst immer draußen stehen dürfen, stresst aufgrund der ungewohnten Umgebung noch zusätzlich. Steht Ihr Pferd hingegen immer nachts in der Box, wird es wahrscheinlich keinen Sinn ergeben, es an Silvester das erste Mal über Nacht nach draußen zu verfrachten. Ruhige und schreckhafte Pferde sollten, wenn sie im Offenstall untergebracht sind, dennoch eventuell von der Herde separiert werden, wenn viele Pferde dabei sind, die bei Stress laufen müssen. Gerade für rangniedrige und kleinere Pferde besteht dann nämlich ein erhöhtes Risiko, umgerannt und verletzt zu werden. Wenn man also die Möglichkeit hat, sollte man die ruhigen Pferde an Silvester von der Gruppe trennen.
Sehr selbstbewusste Pferde kommen mit so stressigen Situationen wie Silvester besser klar als die anderen Typen: Bei ihnen kann es manchmal hilfreich sein, diese Pferde an Silvester so zu stellen, dass sie einige der Raketen auch sehen können. Denn Pferde haben vor allem Angst vor Dingen, die sie nur hören, aber nicht sehen können (umgekehrt gilt das gleiche) – so wissen sie ja nicht, ob ein Monster dahinter steckt!

Was Sie auf jeden Fall tun können

Geben Sie den Pferden so viel Heu, wie sie für eine ganze Nacht brauchen. Kauen beruhigt die Pferde an Silvester (und auch zu allen anderen Zeiten) nämlich am besten. Auch bei dicken Pferden ist es sinnvoll, die Ration reichlich aufzustocken, weil es in dem Sinne nur eine einzige gut begründete Ausnahme von der “Diät” darstellt. Versorgen Sie eine größere Gruppe, stellen Sie sicher, dass das Heu so verteilt ist, dass auch das rangniedrigste Pferd ans Futter gelangen kann, indem Sie mehrere Futterplätze einrichten.
Schon einige Zeit vor Silvester können Sie Ihr Pferd dagegen “abhärten”: Üben Sie mit verschiedenen Übungen und Materialien aus dem so genannten Gelassenheitstraining. Es gibt beispielsweise den Klappersack (einfach einen Sack oder eine Tüte mit leeren Dosen etc. befüllen), den Sie dem Pferd zeigen und damit herumklappern können, sodass sich Ihr Tier schon mal an laute Geräusche gewöhnt. Sie können auch mit bunten, auffälligen Gegenständen üben – Hauptsache, Ihr Pferd lernt viele unterschiedliche Dinge kennen und verliert seine Angst davor.
An Silvestertag selbst sollten Sie am besten auf einen Ausritt verzichten, da viele Leute leider schon tagsüber die ersten Raketen zünden. Weiteres Gelassenheitstraining kann hier nicht schaden! Versuchen Sie, keine Frustration beim Pferd aufkommen zu lassen, denn das kann sich negativ auf die spätere Stress-Situation auswirken.

Vor eventuellen Verletzungen können Sie Ihre Pferde an Silvester leider nicht völlig schützen, so gut Sie sich auch vorbereitet haben. In ernsteren Fällen hat sich hier die Pferdekrankenversicherung oder auch die Pferde-OP Versicherung bewiesen: Bricht das Pferd in Panik aus, kann es sich böse verletzen. Die Versicherung hilft dann zwar nicht Ihrem Pferd, aber Sie sind immerhin vor den teilweise horrenden Tierarztkosten geschützt.
Auch eine Pferdehaftpflicht ergibt durchaus Sinn, denn auch wenn Ihr Pferd vielleicht doch unverletzt davongekommen ist, können hohe Sachschäden, z.B. an Autos, entstehen. Informieren Sie sich jetzt!

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